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Diplom
für perfekte Weihnachtmänner
"Ich möchte mit meinem Auftritt Freude stiften und Kinder glücklich machen", sagt Michael (42) aus dem Sauerland. Ihm fehlt bisher nur die richtige Anleitung seiner Weihnachtsmannbesuche. Neben ihm sitzt Angelika (34) aus Köln, die einzige Weihnachtsfrau in der Runde. Sie will in diesem Jahr ihre fünfjährige Tochter Fee überraschen. Damit daheim auch nichts daneben geht, hat sie den Weihnachtsmannservice eingeschaltet und den zweistündigen Kursus gebucht. Ein alter Hase im Weihnachtsmann-Geschäft ist Jörg (41) aus Löbbeke. Seit 1977 legt er jährlich im Dezember das rote, flauschige Kostüm an. "Wenn ich das 365 Tage im Jahr machen könnte, ich würde es tun", sagt der 41-Jährige voller Begeisterung. Mehr als zehn Verkleidungen hängen mittlerweile in seinem Kleiderschrank - das erste ist selbst geschneidert, der aktuellste Zwirn ein teurer Zweiteiler. Apropos Garderobe: "Ein rotes Gewand der Marke Einfach gibts schon ab 15 Euro", weiß Stefan Dößereck und schiebt den Garderobenständer herbei. Wirklich komfortabel sei allerdings ein zweigeteiltes Kostüm. Dößereck nimmt den Kleiderbügel samt Vorzeige-Verkleidung von der Stange: Ein nerziger Mantel, eine klobige Hose und ein breiter Gürtel. Nicht zu vergessen die dunklen Stiefel. "Aber da schwitzt man doch sicher?", fragt Weihnachtsmann-Anwärter Michael. "Und wie", entgegnet Experte Dößereck. Sein Tipp: "T-Shirt und Boxershorts drunter sind genug. Und das Deo nicht vergessen." Um das Aussehen perfekt zu gestalten, dürfen Bart, Perücke und die rote Mütze nicht fehlen. "Passt auf, dass nirgendwo echte Haare zum Vorschein kommen", erinnert Stefan Dößereck, "das sehen die Kinder sofort." Notfalls müsse die Mütze geändert werden. "Was ist denn mit Handschuhen?", erkundigt sich Weihnachtsfrau Angelika. "Na klar, die braucht ihr auch, am besten gleich im Zehnerpack. Einmal eine Kiste Mandarinen und Nüsse verteilt, schon sind die dreckig", erklärt Dößereck. Und prompt notieren die Schüler: Genügend Handschuhe besorgen! Die Kostümierung wäre damit komplett, und trotzdem ist der Weihnachtsmann noch nicht auftrittsreif: Der Geschenkesack fehlt, das goldene Buch ist noch nicht vorbereitet, die Glocke muss gekauft werden . . . "Ganz schön viel, an was man denken muss", meint Michael und macht sich fleißig weiter Notizen. Wichtig für den reibungslosen Auftritt des roten Recken ist ein detailliert ausgearbeiteter Terminplan. "Wer an einem Abend mehr als vier Termine schafft, ist kein Weihnachtsmann mit Herz, sondern einfach nur ein Abkassierer", meint der Kölner Ausbilder. Der wirtschaftliche Aspekt dürfe keinesfalls im Vordergrund stehen. Und: Je mehr Termine auf dem Kalender stehen, umso hektischer wird die tägliche Besuchsrunde. "Dabei ist Hektik genau das Falsche, wir müssen doch Harmonie, Ruhe und Tradition ausstrahlen", sagt Dößereck. Um Verspätungen bei den erwartungsvollen Gästen zu vermeiden, rät Dößereck, eine genaue Fahrtenroute anzulegen. "Nicht nur die Straßensuche ist ein Problem, oftmals findet man keinen Parkplatz in der Nähe", weiß Experte Dößereck. Tags zuvor sollte die Gegend daher kurz abgefahren und gesichtet werden. "Wäre doch peinlich, wenn der Weihnachtsmann zu spät kommt." Das Wichtigste zum Schluss: In der Winterzeit sollten sich alle Weihnachtsmänner mit reichlich Vitaminen und Hustenbonbons ausstatten. Stefan Dößereck weiß: "Nichts ist schlimmer als ein kranker Weihnachtsmann." Weitere Informationen im Internet unter: www.weihnachtsmannservice.com Als erfahrener Weihnachtsmann weiß der Kölner Stefan Dößereck, worauf es bei dem Job ankommt.So soll er aussehen: Mit weißem Rauschebart, roter Mütze und goldener Glocke begeistert der Weihnachtsmann die Kinder.Mit dem Weihnachtsmann-Diplom in den Händen dürfen die Kursteilnehmer den Weihnachtsmann bei seinen vielen Besuchen unterstützen. (c)
1995 - 2011
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