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Flauschmantel schafft Vertrauen

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Auf die Kapuze kommt es an: Im Hinterzimmer einer kölschen Kneipe schlüpft Stefan Dößereck (r.) in den roten Mantel und bietet Schulungen zum Weihnachtsmann an.


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www.weihnachtsmann-service.de

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Wie man ein perfekter Weihnachtmann wird, kann man in einem Schnellkurs erlernen.

Weihnachtsmänner duzen sich. Das war das erste, was Stefan Dößereck den sechs Kandidaten mit auf den Weg gab, die sich im Hinterzimmer der Ehrenfelder Kneipe zum himmlischen Helfer umschulen lassen wollten. Dößereck hatte vor acht Jahren erstmals den „hillijen Mann“ gespielt, Gefallen an dem Job gefunden und sich mit einem „Weihnachtsmann-Service“ selbstständig gemacht. „Die Nachfrage nach professionellen Nikoläusen ist riesig. Doch nur wenige trauen sich die Rolle zu.“ Mit einer Schulung - am Ende gab's ein Weihnachtsmann-Diplom - hofft Dößereck auf talentierten Nachwuchs. Schließlich gäbe es viele Kinder und Erwachsenen, die an den Weihnachtsmann glauben. „Diese Illusion gilt es zu erhalten.“ In Erscheinung und Verhalten.

Von dem teuren Bischofs-Outfit (800 Euro) des Heiligen Nikolaus sollte man als Anfänger die Finger lassen. „Das wollen die Leute nur am 5. und 6. Dezember sehen. In der roten Zipfelmütze kann man dagegen von Ende November bis Heiligabend rumlaufen.“ Die Mütze soll übergroß sein - damit die Perücke drunter passt. Ein flauschiger Mantel schaffe gleich eine bessere Atmosphäre als ein glatter. Der falsche Rauschebart sollte bis zum Gürtel reichen und von innen mit Leukoplast abgeklebt werden. „Damit es im Gesicht nicht so juckt.“ Weiße Handschuhe brauche man in Hülle und Fülle. „Wenn du in einem Supermarkt ein halbes Dutzend Kisten Mandarinen verteilt hast, nützt kein Kochwaschgang mehr.“ Stiefel, Knobelbecher oder schwarze Schuhe sind unabdingbar, Turnschuhe verpönt. Eine Armbanduhr sollte man nicht tragen, „Dat merken Kinder sofort. Und dann braucht man gute Ausreden.“ Es sei wichtig, auf alle Fragen der Kinder einzugehen.

Fehler im goldenen Buch - „Am besten ein mit Folie beklebter Atlas“ - lassen sich auf „unaufmerksame Engelchen“ schieben. Kursteilnehmer Jörg Fortmeyer (41) mimt schon seit 1977 den Nikolaus. „Wenn es das als Beruf gäbe, würde ich das sofort machen.“ Auch Fliesenleger Mike Buchholz (38) aus Ehrenfeld und Thomas Buch (37), Leiter eines Getränkemarktes in Porz, freuen sich auf den himmlischen Job. Zwischen 65 (privat) und 100 Euro (bei Firmen und Geschäften) sind pro Auftritt drin. Es sollte nie mehr als eine Stunde eingeplant werden. Sonst wird es langweilig - auch für den Weihnachtsmann.



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